Mit dem Rad unterwegs „Auf jüdischen Spuren in Essen und Steele“

Rad-Exkursion am 10. April – Teilnahme ist kostenlos

Zu einer besonderen Rad-Exkursion laden die Alte Synagoge und der ADFC Essen am Sonntag, 10. April, um 10 Uhr ein: Interessierte haben die Möglichkeit, die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt per Rad zu erkunden.

Die Tour startet auf dem Vorplatz der Alten Synagoge Essen am Edmund-Körner-Platz 1 .

Die reine Fahrtzeit mit Erklärungen beträgt etwa vier Stunden, zudem ist eine Stunde für die Mittagspause (je nach Wetterlage) im „Kulturforum“ an der Dreiringstraße in Steele geplant. Die Exkursion findet bei jedem Wetter statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Treffpunkt ist die Alte Synagoge, Edmund Körner-Platz 1/Steeler Straße 29.

Über die einzelnen Stationen:

Ab dem Vorplatz der Alten Synagoge Essen am Edmund-Körner-Platz 1 erkunden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Rad die jüdischen Spuren in der Stadt.

Die 1913 von Edmund Körner erbaute Alte Synagoge, heute ein Haus jüdischer Kultur, bis 1938 Bethaus der „Synagogengemeinde Essen“, stellt die erste Station der über vierstündigen Radtour dar: Nach Erklärungen zum wechselvollen Schicksal dieses Hauses fällt der Blick zum Zwölfling, dem Ansiedlungsort von Juden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit (Thema Schutzjuden).

Von dort zur Kettwiger Strasse: Hier ist das Haus des „arisierten“ Textilkaufhauses Gustav Blum zu sehen, heute Peek und Cloppenburg, und die „Lichtburg“, die in jüdischem Besitz war (Thema Textilhandel, Filmbranche).

Über Dellbrügge – Rathenaustraße – Willy-Brandt- Platz – Hachestraße – Hoffnungstraße – Lazarettstraße
gelangt man zum ehemaligen Friedhof Lazarettstrasse (benutzt 1837-1943), der durch die Nazis zwangsweise aufgelöst wurde (Thema Beerdigungsbräuche).

Über Alfred-Herrhausen-Brücke – Waldthausenstraße – III. Hagen – Salzmarkt – Kennedyplatz – Schwarze Horn – I. Weberstraße – Mechthildisstraße – Gerswidastraße radelt man zum Weberplatz, wo die Vorgänger-Synagoge, ein schmucker „maurischer“ Bau von 1870 bis in die 1930er Jahre stand. An der Kastanienallee besuchen die Radreisenden den Ort der Jüdischen Buchhandlung „Jordan“, Treffpunkt der osteuropäischen Juden.

Weiter geht es über Kastanienallee – Turmstraße – Universitätspark – Universitätsstraße – Segerothstraße – Reckhammerweg: Über das Universitätsviertel fährt die Gruppe zum Reckhammerweg. Dort wird der jüdische Segeroth-Friedhof besichtigt (1885-1931, Männer bitte mit Kopfbedeckung, bspw. Fahrradhelm oder Baseball-Cap).

Daraufhin geht es über die Gladbecker- zur Blumenfeldstraße: Moses Blumenfeld war Lehrer und Kantor der Synagogengemeinde (1821-1902) und setzte sich sehr für Bildung in der Stadt allgemein ein, sodass diese 1902 nach ihm eine Straße benannte.

Die weitere Route: Blumenfeldstraße – Altenessener Straße – Viehofer Straße – Brücke über Schützenbahn – Gerlingstraße – Goldschmidtstraße – Herkulesstraße – Steeler Straße – Franziskanerstraße – Gerhard-Stötzel-Straße– Brücke über A40 – Feldhauskamp – Radgehweg entlang des Parkfriedhofs – Holbeckshof. Der Holbeckshof war ein Baracken-Lager, in dem Juden vor ihrer Deportation leben mussten.

In Richtung Süden geht es weiter zum Hiltrops Kamp, dem geschlossenen jüdischen Friedhof (belegt 1855-1943) der bis 1924 unabhängigen Synagogengemeinde Steele.

Am Isinger Tor, der nächsten Station der Tour, sind die Fundamente der zerstörten Synagoge markiert. An der Ruhr entlang führt die Exkursion bis zur „zornigen Ameise“, dann den Berg hinauf Richtung Rüttenscheid. in der dortigen Schubertstraße befindet sich das ehemalige Wohnhaus von Rabbiner Hugo Hahn, der sich in die USA retten konnte (Thema Emigration).

Über den Südpark radelt die Gruppe zur heutigen Jüdischen Kultus-Gemeinde an der Ruhrallee (erbaut 1959, Thema Jüdisches Leben heute), von dort über Ruhrallee – Auf der Donau – Steinstraße – Heinickestraße – Rellinghauser Straße – Freiheit – zum Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof.

Quelle: Stadt Essen, www.essen.de