Den Mut nicht verlieren

Die Serie von Terroranschlägen in Europa macht vielen Angst, besonders, weil die Gewalt nun auch vor Kirchen nicht Halt macht. Sie sind offene Orte, an die Menschen sich zurückziehen können, Ruhe und Geborgenheit erfahren und etwas spüren sollen von Gottes Gegenwart. Das soll auch so bleiben, sagt Vizepräses Christoph Pistorius. 

„Der Terroranschlag auf die Kirche in Saint Etienne du Rouvrayist ist aufs Schärfste zu verurteilen“, sagt der rheinische Vizepräses Christoph Pistorius. Doch sich nun von der Angst zu einer Politik verleiten zu lassen, die Flüchtlingen Wege verbaut, sei eine falsche Reaktion. „Als Christinnen und Christen haben wir in Zeiten wie diesen die wichtige Aufgabe, uns weiterhin unermüdlich für Freiheit, Mitmenschlichkeit, religiöse Vielfalt und ein friedvolles Miteinander einzusetzen. Und unsere Kirchen für Menschen offenzuhalten, die Angst haben und in ihrer Trauer nicht alleine sein wollen.“

Pistorius verweist auf die Erklärung „Gerade jetzt gemeinsam!“, die die Landessynode 2015 anlässlich der Terroranschläge in Paris im Januar desselben Jahres verabschiedet hatte. Darin heißt es: „Wir wollen uns nicht von Angst, Hass und Gewalt beirren und in eine Spirale der Gewalt hineinziehen lassen. Wir lehnen eine Einschränkung der Freiheit und einen Abbau demokratischer Rechte ab. Die Mittel des Rechtsstaates reichen aus, Verbrechen dieser Art zu verfolgen und zu ahnden. Terroristische Gewalt bringt uns nicht dazu, von unserer grundsätzlichen Haltung abzuweichen. ,Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem‘ (Röm 12,21). Diese Aufforderung verpflichtet uns. Wir werden Hass nicht mit Hass beantworten und für gewaltfreie Konfliktlösungen eintreten.“ Diese Botschaft gelte nach wie vor, so Pistorius.

Flüchtlingsarbeit: Offen bleiben und weitermachen

Einen Gegenpunkt zur Fremdhass und Gewalt setze die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihrem vielfältigen Engagement in der Flüchtlingsarbeit, sagt Pistorius weiter: „Auf allen kirchlichen Ebenen setzen sich Menschen für ein friedliches Miteinander in einer offenen Gesellschaft ein. Ich bitte die zahlreichen kirchlichen Projekte und Initiativen in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen angesichts der jüngsten Entwicklungen, den Mut nicht zu verlieren und weiterhin offen auf Flüchtlinge zuzugehen und sich ihrer Not anzunehmen.“

Bild- und Textquelle: Evangelische Kirche im Rheinland, www.ekir.de